Die Arbeitgebenden, welche im vereinfachten Verfahren abrechnen möchten, melden sich mit dem ent­sprech­enden An­melde­formular für das verein­fachte Abrechnungs­verfahren an. Sie haben die Möglichkeit, sich rückwirkend auf den 1. Januar des laufenden Jahres für das vereinfachte Ab­rech­nungs­verfahren an­zu­mel­den, sofern noch keine Akonto­zahlungen geleistet wurden oder das ent­sprech­ende Jahr nicht bereits vollständig abgerechnet wurde. Eine Anmeldung in rückwirkende Jahre ist dagegen nicht möglich.

Geltungsbereich

Die Arbeitgebenden können die Löhne ihrer Arbeitnehmenden im vereinfachten Verfahren abrechnen, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • der einzelne Lohn 21'150 Franken im Jahr nicht übersteigt,
  • die gesamte jährliche Lohnsumme des Betriebes 56'400 Franken nicht übersteigt,
  • die Löhne des gesamten Personals im vereinfachten Verfahren abgerechnet werden und
  • sie ihrer Abrechnungs- und Zahlungspflicht in den letzten Jahren ordnungs­gemäss nachgekommen sind.

Im vereinfachten Verfahren werden mit der Ausgleichskasse abgerechnet:

  • die AHV/IV/EO/ALV-Beiträge,
  • die FLG-Beiträge,
  • sämtliche Steuern sowie
  • die Beiträge für die Familienzulagen.

Die Hälfte der AHV/IV/EO/ALV-Beiträge sowie die Steuern können dem Arbeit­nehmer vom Bruttolohn abgezogen werden. Hingegen sind die Beiträge an die Unfallversicherung (UVG) direkt mit dem zuständigen Versicherer abzu­rechnen.

Ab 1. Januar 2018 sind Kapitalgesellschaften, Genossenschaften sowie Arbeit­ge­bende, die ihren Ehepartner oder ihre Kinder im eigenen Betrieb beschäftigen, vom vereinfachten Abrechnungs­verfahren ausgeschlossen.

Lohnabrechnung

Die Arbeitgebenden haben die Beiträge einmal pro Jahr zu bezahlen. Akonto­beiträge sind keine zu entrichten. Die Arbeitgebenden reichen der Ausgleichs­kasse innert 30 Tagen nach Ablauf der Abrechnungs­periode eine ordnungs­gemässe Lohnbescheinigung ein. Die Arbeit­gebenden haben die geschul­deten Bei­träge und Steuern innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Werden die Beiträge nicht fristgerecht bezahlt, werden Verzugs­zinsen erhoben. Bleibt die Mahnung erfolglos, werden die Arbeit­gebenden für das laufende Jahr ab sofort aus dem verein­fachten Verfahren ausgeschlossen. 

Geringfügige Löhne

Vom massgebenden Lohn, der je Arbeitgeber den Betrag von 2'300 Franken im Kalenderjahr nicht übersteigt, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Versicherten erhoben. Hingegen müssen die Beiträge für Personen die im Hausdienst beschäftigt sind in jedem Fall, d.h. auch bei einem Betrag von unter 2'300 Franken im Kalenderjahr, abgerechnet werden. Darunter fallen z.B. Raumpflegerin, Kindermädchen/Kinderbetreuung, Haushilfe, Hauswart, etc. Das Gleiche gilt für Beiträge von Personen, die im künstlerischen Bereich angestellt sind (z.B. Tätigkeit an Theater, in Orchestern, bei Radio und Fernsehen, etc.).

Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Ausgleichskasse.