Die AHV-Beiträge werden auf dem massgebenden Lohn entrichtet. Die Beiträge werden von Arbeitnehmer und Arbeitgeber paritätisch getragen. Der Ar­beit­geber zieht den Anteil des Arbeitnehmers direkt vom Lohn ab. Das Inkasso beim Arbeit­geber erfolgt durch die Ausgleichskasse zusammen mit den Beiträgen an IV/EO/ALV/FAK.

  • Ansätze und Vorgehen

    Beitrag an                               Arbeitnehmer    Arbeitgeber
    AHV/IV/EO                                        5.275 %            5.275 %
    FAK                                                                              1.35 %
    ALV 1 (bis Fr. 148'200)                        1.10 %               1.10 %
    ALV 2 (ab Fr. 148'201)                         0.50 %               0.50 %

    Die Beiträge an die Familienausgleichskasse und die Verwaltungskosten tragen die Arbeitgebenden alleine. Die Verwaltungskosten werden von der Summe der AHV/IV/EO- und FLG-Beiträge berechnet. Von den Beiträgen an die Familienausgleichskasse und Arbeitslosenversicherung werden keine Verwaltungskosten erhoben. Die Berechnung erfolgt separat je auf den Lohnbeiträgen und den persönlichen Beiträgen.

    Für den Bezug der Beiträge setzt die Ausgleichskasse Akontobeiträge fest. Dies sind provisorische Beiträge, die auf der Höhe der voraussichtlichen Lohnsumme basieren. Sobald sich die Höhe der Lohnsumme wesentlich ändert, muss der Arbeitgeber die Ausgleichskasse davon in Kenntnis setzen. Die Akontorechnungen sind jeweils bis zum 10. des Folgemonats fällig. Nicht fristgerechte Bezahlungen werden gemahnt.

Lohnbescheinigung

Die definitiven Beiträge werden aufgrund der jährlichen Lohnbescheinigung des Arbeitgebers festgesetzt. Diese Abrechnung muss spätestens bis zum
30. Januar
nach Ende des Beitragsjahres bei der Ausgleichskasse eintreffen. Wer diesen Termin nicht einhält, bezahlt auf der Differenz Verzugszinsen.

FAQ Beitragspflicht und massgebender Lohn

  • Ab wann beginnt die Beitragspflicht und wie lange dauert sie?

    Die Beitragspflicht beginnt bei Erwerbstätigen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres. Beitragspflichtig sind auch verheiratete Ehepartner ohne Erwerbseinkommen. Sofern der erwerbstätige Ehepartner auf seinem Einkommen jedoch mindestens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet, gilt der Beitrag des anderen, nichterwerbstätigen Ehepartners ebenfalls als bezahlt. Die Beitragspflicht endet mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters, sofern die Erwerbstätigkeit aufgegeben wird.

  • Bis zu welchem Einkommen müssen Beiträge an die Arbeitslosenversicherung ALV geleistet werden? Was bedeutet ALV2?

    Der versicherte Lohn ist pro Arbeitsverhältnis begrenzt auf CHF 12'350 im Monat bzw. CHF 148'200 im Jahr und wird mit einem Ansatz von 2.2% abgerechnet. Auf der Lohnbescheinigung ist dieser Lohnanteil unter ALV anzugeben. Die übersteigende Lohnsumme ab 148'201.- wird mit einem Ansatz von 1% (Solidaritätsbeitrag) abgerechnet. Diese Differenz wird separat unter ALV2 angegeben.

  • Welche Erwerbseinkommen gehören zum massgebenden Lohn?

    Zum beitragspflichtigen Erwerbseinkommen, dem sogenannten massgebenden Lohn, gehört das gesamte Bar- und Naturaleinkommen (z.B. auch Unterkunft und Verpflegung) inkl. Gratifikationen, Provisionen und 13. Monatslohn. Dazu zählen auch Leistungen des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, soweit sie nicht aufgrund ihres Sozialleistungscharakters vom massgebenden Lohn ausgenommen sind.

    Übernimmt Ihr Arbeitgeber auch Ihre Arbeitnehmerbeiträge (Nettolohnvereinbarung), so gehört dieser Anteil seinerseits zum massgebenden Lohn. Solche Nettolöhne sind für die Berechnung der Beiträge in Bruttowerte umzurechnen.

    Unkosten sind Auslagen, die den Arbeitnehmenden bei der Ausführung ihrer Arbeiten entstehen und gehören deshalb nicht zum massgebenden Lohn. Ihre Aufwendungen müssen beruflich begründet und für die Lohnerzielung erforderlich sein. Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitnehmenden haben nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass die behaupteten Unkosten tatsächlich entstanden sind. Steuerrechtlich anerkannte Spesenvergütungen gemäss Lohnausweis oder einem von der Steuerbehörde genehmigten Spesenreglement werden in der Regel von der AHV berücksichtigt.

    Folgende Entschädigungen gelten in der AHV im Unterschied zu den Steuern jedoch nicht als Unkosten:
    -regelmässige Entschädigungen für die Fahrt der Arbeitnehmenden vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort;
    -regelmässige Entschädigungen für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort.

  • Ab welcher Lohnhöhe müssen AHV-Beiträge abgerechnet werden?

    Wenn der massgebende Lohn je Arbeitgeber den Betrag von 2'300 Franken im Kalenderjahr nicht übersteigt, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Versicherten erhoben. Hingegen müssen die Beiträge für Personen, die im Hausdienst beschäftigt sind, in jedem Fall abgerechnet werden. Darunter fallen beispielsweise Raumpflegerin, Haushilfe etc. Dasselbe gilt auch für Kulturschaffende. Darunter fallen Tanz- und Theaterproduzenten, Orchester, Phono- und Audiovisionsproduzenten, Radio und Fernsehen, sowie Schulen im künstlerischen Bereich.

    Der massgebende Lohn von in Privathaushalten beschäftigten Jugendlichen, für sogenannte "Sackgeldjobs" (z.B. Babysitting), unterliegt nicht der Beitragspflicht wenn:
    -der Lohn bis zum 31. Dezember des Jahres erzielt wird, in dem die Person das 25. Altersjahr vollendet,
    -der Lohn je Arbeitgeber den Betrag von 750 Franken pro Kalenderjahr nicht übersteigt.
    Die beschäftigten Jugendlichen können die Beitragsentrichtung aber verlangen.

  • Muss der Lohn nach dem Erreichen des Rentenalters weiterhin abgerechnet werden?

    Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben und weiter erwerbstätig sind, zahlen weiterhin Beiträge an die AHV, IV und EO, aber nicht an die Arbeitslosenversicherung (ALV). Dabei gilt ein Freibetrag von 1’400 Franken monatlich oder 16’800 Franken jährlich, auf dem sie keine Beiträge entrichten müssen. Beiträge werden nur von jenem Teil des Erwerbseinkommens erhoben, der 1’400 Franken im Monat oder 16’800 Franken im Jahr übersteigt.

    Beschäftigen Sie Personen, die im Jahr der Deklaration ins ordentlichen Rentenalter wechseln, so ist für die Lohnbescheinigung wie folgt vorzugehen: Ziehen Sie den Freibetrag ab dem dem Geburtstag folgenden Monat vom Bruttolohn ab. Das Einkommen ist auf zwei Zeilen aufzuführen (1. Zeile = Einkommen bis und mit Monat, in welchem das ordentliche Rentenalter erreicht wurde; 2. Zeile = Einkommen ab Folgemonat unter Berücksichtigung des Freibetrags).
    Übersteigt der Lohn den Freibetrag nicht, erübrigt sich eine Deklaration, da keine AHV-Pflicht besteht.

  • Sind Unfall- und Krankentaggelder zu deklarieren?

    Nein. Unfall- und Krankentaggelder sind nicht abrechnungspflichtig und daher auch nicht zu deklarieren. Falls Sie zusätzliche Lohnfortzahlungen leisten, müssen Sie diese jedoch deklarieren. Weitere Informationen zu den nicht abrechnungspflichtigen Löhnen finden Sie unter Merkblatt 2.01.

  • Welchen Bruttolohn muss ich bei Kurzarbeit meiner Mitarbeitenden auf der Lohnbescheinigung angeben?

    Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber müssen Sie die Sozialversicherungsbeiträge bei Anspruch auf Kurzarbeits- oder Schlechtwetterentschädigung entsprechend der normalen Arbeitszeit, also auf 100 % des Lohnes, bezahlen. Somit müssen Sie den Gesamtbruttolohn von 100% auf der Lohnbescheinigung angeben. Weitere Informationen finden Sie unter Merkblatt 2.11.

  • Ich bin selbständigerwerbend. Muss ich mich auf der Lohnbescheinigung meiner Einzelfirma aufführen?

    Nein. Selbständigerwerbende rechnen Ihre persönlichen Beiträge separat ab. Beachten Sie bitte, dass man bei seiner eigenen AG oder GmbH nicht als Selbständiger sondern als Arbeitnehmender seiner eigenen Firma gilt.

  • Was bedeutet die Abkürzung FAK und wer muss diese Beiträge bezahlen?

    FAK bedeutet Familienausgleichskasse. Im Kanton Luzern finanzieren die Arbeitgebenden die Familienzulagen über Beiträge an die Familienausgleichskasse FAK. Diese Beiträge dürfen nicht auf die Arbeitnehmenden überwälzt werden. Beitragspflichtig sind auch Arbeitgebende, die keine Mütter oder Väter beschäftigen.

FAQ Mitarbeitende und Versichertennummer

  • Wo finde ich die Versichertennummer?

    Die Versichertennummer ist gleich die AHV-Nummer. Sie ist auf dem AHV-Ausweis oder der Krankenversicherungskarte der von Ihnen beschäftigten Person ersichtlich.

  • Was muss ich machen, wenn ich unter dem Jahr einen Mitarbeiterwechsel habe?

    Im Zeitpunkt des Wechsels müssen Sie nichts melden, ausser Mitarbeitende beziehen bewilligte Familienzulagen über Sie als Arbeitgebenden. In diesem Fall teilen Sie uns den Austritt bitte mit. Erst Ende Jahr müssen Sie sämtliche Mitarbeitende deklarieren, die einen AHV-pflichtigen Lohn von Ihnen erhalten haben. Falls sich durch Mitarbeitendenwechsel die Gesamtlohnsumme Ihres Betriebes wesentlich ändert (+/- 10 %), können Sie eine Anpassung der Gesamtlohnsumme verlangen.

FAQ Ausfüllen der Lohnbescheinigung

FAQ Elektronische Einreichung der Lohnbescheinigung